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	Kommentare zu: Verein fürchtet &#8222;Dominoeffekt&#8220; bei Schließung der Kirche	</title>
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	<description>Nachbarschaft in der Gemeinde</description>
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		Von: Kurt Merz, Lindenweg		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kurt Merz, Lindenweg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Aug 2017 15:29:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Lasst die Kirche im Dorf“ - nicht nur eine Sache des Geldes

Unabhängig, ob es sich um die Ware „Geld“ der NASPA oder das vermeintlich kulturelle Gut „religiöser Glaube“ der römisch-katholischen Kirche handelt, Standortentscheidungen, egal ob in dörflichen oder auch anderen urbanen Strukturen, werden von den dafür Verantwortlichen seit jeher nach Bedarf und besonders nach Rendite getroffen. 

Es ist meiner Meinung nach Ausdruck ewig gestrigen Gedankengutes unseres Ortsbürgermeisters, zwanghaft an Traditionen festzuhalten, die absehbar unausweichlich vom Niedergang betroffen sind. Die Tendenz zum Rückzug der Kirche wurde schon in meiner Jugendzeit von den sogenannten Eliten der römisch-katholischen Kirche - vom Papst bis zum Dorfpfarrer - vorausschauend erkannt und zunächst drohend, später faktisch beschrieben. Wir wurden also nicht überrascht. Die Individualisierung der Gesellschaft verhielt sich konträr zu den Bemühungen des Klerus, Gläubige, wie historisch gewohnt, als leicht zu beeinflussende Masse zu behandeln. Mangelnde moralische Autorität des Klerus tat ein Übriges und führte zur großen Fluktuation und damit vermutlich schwindenden Einnahmen aus Kirchensteuer – meines Erachtens der Hauptgrund für die Strukturreform.

Nun ist der Ernstfall eingetreten. Und unser Bürgermeister macht, wie bei der Entscheidung der NASPA,  den hilflosen, albernen Versuch, dem Unausweichlichen mit populistischen, konservativen Maßnahmen zu begegnen: Wieder, wie bei der angeregten zusätzlichen Versicherung gegen Starkregen im letzten Jahr, werden wir in diesem Falle aufgefordert, unser Bestes, nämlich unser meist sauer verdientes Geld, für eine weitere Welschneudorfer Schimäre auszugeben.

Sehr geehrter Herr Labonte, die Großzahl der Gläubigen geben bereits den „Zehnten“ ihrer Steuerabgaben an ihre Kirche und haben ein Anrecht darauf, dass ihr Geld sinnvoll eingesetzt wird. Natürlich wünschen wir uns mit allem Recht, dass dies in Einrichtungen, die uns nützen, wie zum Beispiel in Kindergärten, sichtbar wird. 

Aber was, wenn nicht? Dann benötigen wir modernere Ansätze als das zahnlose Festhalten an Bestehendem. Geben wir dem religiösen Leben selbstverständlich seinen Raum! – Aber nicht im öffentlichen Leben, denn Glaube ist eine intime, private Angelegenheit. Machen wir uns für eine Trennung von Staat und Kirche – also auch von Kommune und Kirche vor Ort, mit allen Rechten aber auch Pflichten ihrer Protagonisten, stark. Was wir von Muslimen, Juden und Mitgliedern anderer Glaubensrichtungen verlangen, sollte auch für Christen gelten. Die Zeiten, in denen die Kirche zur  moralischen Instanz stilisiert wurde und so ihren Platz in unserem Wertesystem hatte, sind neben üblen Vorgängen spätestens seit Tebartz-van Elst passé. 

Die Distanzierung der „Kirche“ mit ihren Strukturen von ihrer Klientel bietet uns als liberalisierten und demokratisierten Bürgern doch ungemeine Chancen. Wir müssen sie nur richtig nutzen – ohne Larmoyanz und mit kühlem Sachverstand. Für mehr kreative kommunale Gestaltung, wenn notwendig, auch in den kommunalen Aufsichtsgremien – das wäre die originäre Aufgabe unseres Ortsvorstandes - und vielleicht mehr unaufdringliche und erlebbare Religiosität.

Ob das in einem Verein, der noch nicht einmal in dem Koordinatensystem kirchlicher Verwaltungshierarchie  seinen gestaltenden Platz hat, leistbar ist? Ich „glaube“ nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Lasst die Kirche im Dorf“ &#8211; nicht nur eine Sache des Geldes</p>
<p>Unabhängig, ob es sich um die Ware „Geld“ der NASPA oder das vermeintlich kulturelle Gut „religiöser Glaube“ der römisch-katholischen Kirche handelt, Standortentscheidungen, egal ob in dörflichen oder auch anderen urbanen Strukturen, werden von den dafür Verantwortlichen seit jeher nach Bedarf und besonders nach Rendite getroffen. </p>
<p>Es ist meiner Meinung nach Ausdruck ewig gestrigen Gedankengutes unseres Ortsbürgermeisters, zwanghaft an Traditionen festzuhalten, die absehbar unausweichlich vom Niedergang betroffen sind. Die Tendenz zum Rückzug der Kirche wurde schon in meiner Jugendzeit von den sogenannten Eliten der römisch-katholischen Kirche &#8211; vom Papst bis zum Dorfpfarrer &#8211; vorausschauend erkannt und zunächst drohend, später faktisch beschrieben. Wir wurden also nicht überrascht. Die Individualisierung der Gesellschaft verhielt sich konträr zu den Bemühungen des Klerus, Gläubige, wie historisch gewohnt, als leicht zu beeinflussende Masse zu behandeln. Mangelnde moralische Autorität des Klerus tat ein Übriges und führte zur großen Fluktuation und damit vermutlich schwindenden Einnahmen aus Kirchensteuer – meines Erachtens der Hauptgrund für die Strukturreform.</p>
<p>Nun ist der Ernstfall eingetreten. Und unser Bürgermeister macht, wie bei der Entscheidung der NASPA,  den hilflosen, albernen Versuch, dem Unausweichlichen mit populistischen, konservativen Maßnahmen zu begegnen: Wieder, wie bei der angeregten zusätzlichen Versicherung gegen Starkregen im letzten Jahr, werden wir in diesem Falle aufgefordert, unser Bestes, nämlich unser meist sauer verdientes Geld, für eine weitere Welschneudorfer Schimäre auszugeben.</p>
<p>Sehr geehrter Herr Labonte, die Großzahl der Gläubigen geben bereits den „Zehnten“ ihrer Steuerabgaben an ihre Kirche und haben ein Anrecht darauf, dass ihr Geld sinnvoll eingesetzt wird. Natürlich wünschen wir uns mit allem Recht, dass dies in Einrichtungen, die uns nützen, wie zum Beispiel in Kindergärten, sichtbar wird. </p>
<p>Aber was, wenn nicht? Dann benötigen wir modernere Ansätze als das zahnlose Festhalten an Bestehendem. Geben wir dem religiösen Leben selbstverständlich seinen Raum! – Aber nicht im öffentlichen Leben, denn Glaube ist eine intime, private Angelegenheit. Machen wir uns für eine Trennung von Staat und Kirche – also auch von Kommune und Kirche vor Ort, mit allen Rechten aber auch Pflichten ihrer Protagonisten, stark. Was wir von Muslimen, Juden und Mitgliedern anderer Glaubensrichtungen verlangen, sollte auch für Christen gelten. Die Zeiten, in denen die Kirche zur  moralischen Instanz stilisiert wurde und so ihren Platz in unserem Wertesystem hatte, sind neben üblen Vorgängen spätestens seit Tebartz-van Elst passé. </p>
<p>Die Distanzierung der „Kirche“ mit ihren Strukturen von ihrer Klientel bietet uns als liberalisierten und demokratisierten Bürgern doch ungemeine Chancen. Wir müssen sie nur richtig nutzen – ohne Larmoyanz und mit kühlem Sachverstand. Für mehr kreative kommunale Gestaltung, wenn notwendig, auch in den kommunalen Aufsichtsgremien – das wäre die originäre Aufgabe unseres Ortsvorstandes &#8211; und vielleicht mehr unaufdringliche und erlebbare Religiosität.</p>
<p>Ob das in einem Verein, der noch nicht einmal in dem Koordinatensystem kirchlicher Verwaltungshierarchie  seinen gestaltenden Platz hat, leistbar ist? Ich „glaube“ nicht.</p>
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