Griff ins Klo

Vom Besuch in einem öffentlichen „stillen Örtchen“

Im Montabaurer Untergrund findet sich ein nützliches Utensil: eine öffentliche Toilette. Zugang erhält Mann, indem er 20 Cent (laut Aufkleber) im Einwurfschlitz verschwinden lässt. Das Teil nimmt aber gerne auch 50 Cent, falls man keinen 20-er zur Hand hat, so meine Erfahrung beim jüngsten Besuch des Örtchens. Geldrückgabe: Fehlanzeige.

Innen erwartet einen eine Mischung aus Keramik und Edelstahl, wobei „Edel“ etwas übertrieben erscheint angesichts der zahllosen Flecken, die offenbar von irgendeiner Flüssigkeit herrühren. Doch alle Einrichtungen sehen noch funktionsfähig aus. Jedenfalls finden sich keine Spuren von so genanntem „Vandalismus“ (dessentwegen man ja auch die nur durch Gebührenzahlung überwindbare Türsperre eingebaut hat). Alles ist an seinem Ort, nichts heraus- oder heruntergerissen wie etwa in zahllosen vergleichbaren Einrichtungen entlang bundesdeutscher Autobahnen.

Einmal um die Ecke findet sich das Urinal, ebenfalls kaum fleckenlos. Nach erledigtem Geschäft bleibt das Betätigen der Wasserspülung per Knopfdruck jedoch ohne Ergebnis. Selbst mehrfaches kräftiges Drücken des „Spülknopfes“ bringt kein Tröpfchen Wasser zum Laufen. Hmm, dann halt nicht, denke ich mir, und suche im Bereich der Waschbecken nach einem Seifenspender. Vergeblich. Auch in der rechteckigen Mulde in der gekachelten Wand, die – wie ich vermute – einen per Sensor zu aktivierenden Spender (oder doch nur Lufttrockner) enthalten könnte, rührt sich trotz heftigen Fuchtelns mit der Hand nichts. Wenigstens der Wasserhahn funktioniert noch. Meine feuchten Finger trockne ich an meinem – gottseidank noch unbenutzten – Taschentuch ab.

Ich muss an die wohl wichtigste Alltagsregel in Corona-Zeiten denken: Händehygiene. Dazu fällt mir angesichts dieser unterirdischen öffentlichen Einrichtung nur ein: Griff ins Klo!

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